
Stell dir vor, du liegst in einer mondlosen Nacht auf einer Wiese, weit weg von jeder Stadt. Über dir spannen sich Tausende Lichtpunkte, ein Ozean aus Weiß, unterbrochen von ein paar Farbtupfern. Da ist Arktur, der golden schimmert. Antares, der wie eine glühende Kohle im Skorpion brennt. Und Rigel, dessen bläuliches Licht so kalt wirkt, als käme es aus einer anderen Welt.
Aber wo ist das Grün? Wo das Violett? Wo der ganze Regenbogen, den man erwarten würde, wenn man bedenkt, dass jeder Stern eine andere Temperatur hat?
Die Antwort auf diese Frage führt uns in die Abgründe der Quantenphysik, durch die Chemie explodierender Sonnen und hinein in die Biologie unserer eigenen Augen. Denn die Farben der Sterne sind nicht einfach das, was sie zu sein scheinen. Sie sind ein Rätsel, das erst in den letzten Jahren neue Lösungen gefunden hat, mit Hilfe des James Webb Weltraumteleskops und der Gaia-Mission.



