
Stell dir einen Himmelskörper vor, groß wie Jupiter, aber sechzigmal so schwer. Er leuchtet matt im Infrarot, weil in seinem Inneren Lithium und Deuterium schwelen, ohne je richtig zu zünden. In seiner oberen Atmosphäre bilden sich Wolken aus Silikatstaub und flüssigem Eisen. Dazu Winde, die schneller sind als jeder Hurrikan, und Polarlichter, für die es keinen sichtbaren Mutterstern gibt.
Das ist kein erfundenes Szenario. So sieht ein Brauner Zwerg aus, wie ihn das James Webb Space Telescope inzwischen routiniert vermessen kann.
Diese Objekte haben es in die Mitte der astrophysikalischen Forschung geschafft, weil sie dort sitzen, wo zwei Welten aneinanderstoßen. Zu schwer für einen Planeten, zu leicht für einen Stern. Genau deshalb geben sie Antworten, die weder die reine Sternforschung noch die reine Planetenforschung liefern kann.
Häufiger als lange gedacht sind sie obendrein. Schätzungen gehen inzwischen von bis zu hundert Milliarden Exemplaren allein in der Milchstraße aus.



