
Im September 1846 richtete Johann Gottfried Galle sein Teleskop auf eine Stelle im Sternbild Wassermann, an der nichts Besonderes zu sehen sein sollte. Kein Katalog verzeichnete dort einen Planeten. Keine Beobachtung hatte je einen Hinweis geliefert. Und doch wusste Galle genau, was er finden würde, weil ein französischer Mathematiker es ihm gesagt hatte.
Weniger als ein Grad von der vorhergesagten Position entfernt leuchtete ein bläulicher Punkt, der in keiner Sternkarte verzeichnet war. Neptun. Ein Planet, entdeckt nicht durch ein Teleskop, sondern durch eine Gleichung.
Es war der größte Triumph der Himmelsmechanik. Und der Beginn einer Suche, die Astronomen fast zwei Jahrhunderte lang beschäftigen sollte: die Jagd auf Planet X, den nächsten unsichtbaren Planeten am Rand des Sonnensystems.



